Gymnasiastin erlebt Einblicke in die Politik

Gymnasiastin erlebt Einblicke in die Politik

Einmal hautnah dabei sein, wenn große Politik gemacht wird? Die heimischen Landtagsabgeordneten ganz persönlich kennen lernen? Einen Blick hinter die Kulissen werfen, wenn in Hannover Ausschusssitzungen und Plenum anstehen, wenn sich in kleinen Runden beraten und in großen debattiert wird? Diese einmalige Chance habe ich, Pia Hemme, im Rahmen meines Schulpraktikums bekommen: So habe ich den Abgeordneten unseres Wahlkreises, Dr. Marco Mohrmann, zwei Wochen lang begleitet.

In diesen zwei Wochen war ich sowohl in unserer Region als auch im Landtag in Hannover. Vor Ort habe ich nicht nur eine Gemeinderatssitzung miterlebt, Mohrmann ist auch Bürgermeister, sondern auch Gespräche mit Bürgern zu äußerst vielfältigen Themen von Bebauung bis hin zum Berufswiedereinstieg von Müttern. Es ging aber auch um Dinge, die mich ganz direkt betreffen, wie die Verkehrslage in der Straße, in der ich wohne.

Mindestens genauso spannend war aber die Zeit in der Landeshauptstadt Hannover. Nicht nur weil ich das Glück hatte, eine ganze Menge Politiker zu treffen, die man sonst lediglich aus dem Fernsehen kennt. Neben unserem Ministerpräsidenten Weil und einigen Ministern und Staatssekretären, die ich getroffen habe, konnte ich auch eine Rede des Bundespräsidenten a.D. Christian Wulff hören. Ebenso war ich bei einem Hintergrundgespräch mit dem Finanzminister dabei. Die politischen Bereiche, in die ich Einblicke gewinnen konnte, waren dabei insbesondere auch Haushalt und Finanzen sowie Landwirtschaft, da Herr Dr. Mohrmann Mitglied dieser beiden Ausschüsse ist. Im Haushaltsausschuss und den Arbeitskreisen dazu haben die Abgeordneten über strittige Ausgaben in den Haushaltsplanentwürfen der Ministerien diskutiert. Vom Agrarausschuss habe ich nicht nur eine Sitzung in Hannover miterlebt, sondern auch ein Arbeitskreis-Treffen im Heidekreis, wo die Abgeordneten mit einer Viehvermarktung Tierschutzmaßnahmen diskutiert und sich eine genossenschaftliche Lösung zur Rettung der Dorfgastronomie angeschaut haben. Mir haben auch die Parlamentarischen Abende gut gefallen, die zum Beispiel von der Architektenkammer oder der Süderelberegion ausgerichtet wurden, um mit der Politik ins Gespräch zu kommen. Dort haben oft auch andere Politiker wie zum Beispiel Wirtschaftsminister Dr. Althusmann oder die Landtagspräsidentin Dr. Andretta gesprochen und sich in Podiumsdiskussionen den öffentlichen Debatten gestellt.

In besonderer Erinnerung ist bei mir auch die Plenumswoche geblieben. Abends auf dem Heimweg im Radio von Entscheidungen zu hören, deren Debatte man den ganzen Tag live verfolgt hat, ist schon etwas Besonderes. Insgesamt habe ich also zwei ganz spannende Wochen erlebt und kann nur jedem empfehlen, sich einmal selbst ein Bild von der Kommunal-, Landes- oder Bundespolitik zu machen, bevor man darüber urteilt. Denn vieles, was einem als normaler Bürger leider schwer fällt zu verstehen, klärt sich bei genauerem Blick und Beschäftigung mit der Materie auf. So habe ich zum Beispiel festgestellt, dass es gute Gründe hat, wenn nicht alle Abgeordneten im Plenarsaal sind. Denn die haben „am Rande des Plenums“ eine ganze Reihe von Aufgaben. Sie führen beispielsweise gemeinsam mit Ministern oder Mitarbeitern sogenannte Plenumsrandgespräche mit Menschen, die dort ihre Anliegen vortragen oder begleiten Besuchergruppen aus dem Wahlkreis und stehen ihnen für Diskussionen zur Verfügung. Denn ein Mandatsträger hat definitiv einen Fulltime-Job.